Reinickendorfer Allgemeine Zeitung    Ausgabe 12/21 - 24. Juni 2021

Bootstaufe D81448207 Kopie

                        Regina Vollbrechts allererste Bootstaufe

 

Tegel/Spandau – Tauchen trotz Behinderung: „Geht nicht gibt’s nicht“ sagen die Mitglieder des 1. Berliner Inklusionstauchclubs

Ob querschnittsgelähmt, blind oder an Multipler Sklerose erkrankt – der 2015 gegründete Spandauer Verein möchte diesen Menschen das Erlebnis unter Wasser ermöglichen, das ihnen aufgrund ihrer Behinderung sonst verwehrt ist.

 

„Wir sind der erste und einzige Inklusionstauchclub in Berlin“, erklärt Vereinsvorsitzender Alfred Anlauf. „Hier tauchen derzeit 42 behinderte und nichtbehinderte Menschen gemeinsam ab – begleitet von Behindertentauchlehrern.“ Zuvor waren es bereits 62 Mitglieder, doch Corona hat den Verein schrumpfen lassen. So war ein Training über lange Zeit nicht möglich – Mitglieder traten aus.

 

Dennoch schaut der Vereinsvorsitzende optimistisch in die Zukunft. Schließlich wurde am 3. Juni ein nagelneues Boot getauft und zu Wasser gelassen, das das Tauchen im freien Gewässer für behinderte Menschen vereinfacht. Es befindet sich nun am Tegeler See. Aus diesem Grund war der Tauchclub auch pünktlich zur Eröffnung des Strandbades Tegel vor Ort und präsentierte das 40.000 Euro teure Inklusions-Tauchboot, das zu einem Viertel von der Aktion Mensch finanziert wurde; 30.000 Euro finanzierten Vereinsmitgliedern. „Wir haben ja viele Rolli-Fahrer, die zwar leicht ins Wasser hineinkommen, aber man kriegt sie doch recht schwer wieder hinaus“, weiß Anlauf. Nun kommt das neue Boot ins Spiel: „Es ist ein barrierefreies Boot, weil es eine absenkbare Bugklappe hat, die so breit ist, dass ein Rollstuhlfahrer bequem über diese Klappe wieder ins Boot gelangt.“

Zur Bootstaufe wurde Regina Vollbrecht, Beauftragte für Menschen mit Behinderung in Reinickendorf, hinzugeholt. „Ich war noch nie Taufpatin und bin sehr aufgeregt“, sagte sie. „Ich taufe Dich auf den Namen Vielfalt“, erklärte sie und begoss das Boot mit Sekt.

Sie überlegt nun, ob sie sich als Blinde auch einmal zum Schnuppertauchen unter Wasser wagen sollte. „Wenn, dann mache ich das natürlich mit den Leuten von Inklusionstauchclub, denn da bin ich ja in den besten Händen.“ fle

 

 

 

MM1K

 K2

 K3

 

K4

 

K5

 

K6

 

K7

 

 K8

 

K9

 

 

 

----------

 

Spand.Volkb.Foto

Text 

Gruppe